Jeff Bezos verbannt PowerPoint aus Meetings bei Amazon

Im Erzählstil geschriebene Memos ersetzen beim Online-Kaufhaus Amazon die PowerPoint Folien. In einem Brief an seine Mitarbeiter machte Bezos klar, dass sich nach seiner Ansicht Informationen durch Geschichten viel effektiver verbreiten lassen. Das Computerprogramm PowerPoint soll in seinem Unternehmen bei Besprechungen nicht mehr zum Einsatz kommen.

Der Unternehmer räumte ein, dass sich viele seiner Mitarbeiter erst noch daran gewöhnen mussten. Insbesondere neu eingestellte Führungskräfte erlebten bei ihrem ersten Meeting bei Amazon regelmäßig eine Art Kulturschock. Anstatt auf eine Leinwand mit Bulletpoints zu starren, sitzen die Mitarbeiter dort still in ihren Sitzen und studieren mehrseitige Memos, deren Inhalt wie ein einer Geschichte aufbereitet ist.

Nicht selten dauert es über eine halbe Stunde, bis alle Teilnehmer des Meetings das Memo gelesen haben. Erst dann kann der Inhalt gemeinsam diskutiert werden. Dennoch hält Bezos die ausformulierten Memos für das effektivere Kommunikationswerkzeug – vor allem aus drei Gründen:

  1. Menschen sind zum Geschichtenhören veranlagt

In der Entwicklung der Spezies Mensch spielen erzählte Geschichten eine zentrale Rolle. Erzählungen dienten zum Verbreiten wichtiger Informationen, warnten vor Gefahren und ermöglichten Bildung. Mit eingängigen Geschichten konnten Informationen über Generationen weitergegeben werden lange bevor wir Menschen in der Lage waren, Dinge aufzuschreiben.

Dadurch haben sich unsere Gehirne über tausende Jahre hinweg so entwickelt, dass sie Informationen durch Geschichten verstehen und behalten. Tabellen, Bulletpoints oder Kuchendiagramme sind hingegen Erfindungen der letzten Jahrhunderte. Diese Art der Informationsaufnahme ist vergleichsweise neu und fällt vielen Menschen darum schwer.

  1. Geschichten überzeugen

Vor über 2000 Jahren offenbarte der griechische Philosoph Aristoteles drei Argumente, die jeder beherzigen sollte, der andere Menschen überzeugen will: Ethos, Logik und Pathos.

Doch die meisten PowerPoint-Präsentationen konzentrieren sich nahezu ausschließlich auf die Logik. Wie könnten Sie auch anders. Eine Bildschirmpräsentation mit Pathos oder Gefühlen ist schwer vorstellbar. Auch eine Gesinnung, Ethos, lässt sich mit Bulletpoints nur schwer vermitteln. Das ist einer der Gründe dafür, warum PowerPoint-Präsentationen ihr Publikum selten begeistern oder mitreißen.

Natürlich gibt es viele Redner, die Emotionen aus ihren Präsentationen bewusst heraushalten, um sich voll auf die Daten, Zahlen und Statistiken konzentrieren zu können. Doch Fakten allein überzeugen Menschen nicht. Das wussten auch Redner wie Martin Luther King, John F. Kennedy oder Willy Brandt, die mit großem Geschick, emotionale Geschichten und Fakten zu überzeugenden Reden zusammengefügt haben.

  1. Bulletpoints sind kein effektiver Weg um Informationen zu verbreiten

Als das Computerprogramm Powerpoint sein erstes rundes Jubiläum feierte, brachte die Zeitschrift Wirtschaftswoche auf ihrer Titelseite die Überschrift: „Zehn Jahre Folter im Büro“. Und tatsächlich empfinden viele Menschen PowerPoint Präsentationen nicht als Erleichterung, sondern als Qual.

Wer hat nicht schon einmal in einem Meeting gesessen und schmerzerfüllt auf die Leinwand geguckt, während ein wohlmeinender Kollege Bulletpoint 17 auf Folie 25 näher erläuterte. Solche Präsentationen sind nicht nur sehr anstrengend. Sie verfehlen auch ihr Ziel, denn je mehr Informationen in die Bildschirmpräsentation gepackt werden, je weniger bleibt in den Köpfen der Zuhörer hängen.

Manche Leserinnen und Leser fragen sich an dieser Stelle möglicherweise, ob sich diese Praxis von Amazon auch für ihr Unternehmen eignet? Völlig verbannen lässt sich PowerPoint aus dem meisten Unternehmen wahrscheinlich nicht. Doch es lohnt sich, der Kraft von Geschichten auch bei der Informationsvermittlung am Arbeitsplatz eine größere Aufmerksamkeit zu widmen.

Wenn Sie Hilfe benötigen, um Reden und Texte für Präsentationen einprägsam zu formulieren, können Sie dazu die Hilfe eines professionellen Redenschreibers in Anspruch nehmen. Der schreibt ihre Rede maßgeschneidert für Ihre Persönlichkeit und Ihren Redeanlass.

 

 

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