Fünf Tricks vom Redenschreiber gegen Lampenfieber und Redeangst

Vor ein paar Wochen habe ich an einer Konferenz teilgenommen und habe dort mehreren Rednern zugehört, die zu verschiedenen Themen gesprochen haben. Manche machten den Eindruck, viel Erfahrung zu haben. Andere schienen sich viel Zeit für die Vorbereitung genommen zu haben.

Doch zwei Vorträge waren ziemlich holprig. Obwohl beide Redner interessante Ideen hatten und wertvolle Informationen vermitteln wollten, war es schwierig, ihren Worten von Anfang bis Ende zu folgen. Ein Redner hob am Ende jedes Satzes seine Stimme, wodurch der Eindruck entstand, er sei selbst nicht völlig vom Inhalt Ihres Vortrages überzeugt.

Der andere sprach mit einer sehr monotonen Stimme. Zwischen seine Sätze fügte er jeweils ein langgezogenes „Ahhhhm“, wodurch der Eindruck entstand, er müsse erst überlegen, was er eigentlich sagen wollte. Beim Blick nach rechts und links konnte ich beobachten, wie mit der Zeit immer mehr Zuhörer unauffällig ihre Handys aus den Taschen zogen und verstohlen ihre Mails checkten.

Durch Arbeit als Redenschreiber habe ich etwas gelernt, das ungeübten oder unsicheren Rednern helfen kann. Fast immer, wenn sich Redner vor ihrem Publikum ungeschickt anstellen, hat ein Faktor einen entscheidenden Anteil daran: Redeangst.

Obwohl nahezu alle Menschen Bammel haben, wenn sie vor Publikum sprechen, gibt es viele Redner, bei denen dies die Qualität ihres Vortrages nicht beeinflusst. In meiner langjährigen Arbeit als Redenschreiber habe ich schon vielen Menschen erfolgreich dabei geholfen, ihre Redeangst in den Griff zu bekommen. Hier sind die fünf hilfreichsten Tipps.

  1. Tipp: Formulieren Sie ihre Rede aus

Immer wieder hört man von Rednern, die angeblich immer völlig frei sprechen. Sie benötigen lediglich ein paar Stichpunkte, dann können sie auf der Bühne vor hunderten von Zuhörern stundenlang sprechen. Diese Menschen mag es geben – doch es gibt sie nur sehr selten.

Die meisten von uns müssen vorher ein wenig nachdenken, bevor sie druckreife Sätze von sich geben. Insbesondere wenn ein Redner über wenig Redeerfahrung verfügt oder mit dem Thema der Rede noch nicht lange vertraut ist, ist es empfehlenswert, den Text ganz auszuformulieren.

Wer jedes Wort seiner Rede ausformuliert und einstudiert, muss zwischendurch nicht überlegen, was er eigentlich sagen wollte. Die Gefahr, dass Denkpausen mit „Ähms“ und „Ahms“ gefüllt werden müssen, sinkt gewaltig.

  1. Nehmen Sie sich selbst auf

Wäre es nicht toll, wenn Sie einmal bei einer Ihrer eigenen Reden im Publikum sitzen und sich selbst zuhören könnten? Nun ja, das ist heute eigentlich kein Problem. Sie können Problemlos einen Ihrer Zuhörer bitten, Ihre Rede mit dem Handy aufzunehmen. Anschließend können sie sich das Video anschauen und sich fühlen, als hätten Sie selbst im Zuschauerraum gesessen.

Und natürlich können sie bereits in der Vorbereitungsphase tun. Nachdem Sie Ihre Rede fertig formuliert haben, sollten Sie auf jeden Fall eine Ton- oder Videoaufnahme davon machen und ihr Werk einer kritischen Überprüfung unterziehen. Beim Hören oder Anschauen werden Ihnen automatisch Sätze auffallen, die Sie klarer formulieren oder verständlicher betonen müssen.

  1. Holen Sie sich ein ehrliches Feedback.

Bitten Sie einen Freund, ein Familienmitglied oder einen Arbeitskollegen, sich Ihre fertige Rede anzuhören. Ein ehrliches Feedback gibt Ihnen die Gelegenheit, Schwächen und Unklarheiten Ihrer Rede rechtzeitig zu beseitigen. Kritik fühlt sich im ersten Moment meistens etwas unangenehm an. Doch es ist erheblich angenehmer, als ein missglückter Vortrag vor Publikum.

  1. Üben, üben, üben

Üben Sie ihre Rede so oft es geht. Notfalls können Sie Ihren Auftritt auch im Auto oder in der Straßenbahn im Geiste wieder und wieder durchgehen. In den vielen Jahren, in denen ich als Redenschreiber gemeinsam meinen Kunden Ansprachen für wichtige Anlässe vorbereite, hat noch kein Redner gesagt, er hätte sich zu gründlich vorbereitet.

Wenn man seinen Vortrag gedanklich vor dem Auftritt mehrmals durchgeht, gewöhnt sich das Gehirn an die Redesituation. Die Redeangst wird so Stück für Stück abgebaut und die Rednerin oder der Redner können sich ganz auf den Inhalt ihres Vortrages konzentrieren.

  1. Beziehen Sie Ihr Publikum mit ein

Sie haben Ihre Rede ausformuliert, Sie haben sich selbst aufgenommen, die Rede einer Freundin vorgetragen und fleißig geübt. Jetzt gibt es nur noch einen Tipp, den Sie befolgen sollten, um den Bammel vor dem großen Auftritt möglichst klein zu halten: Halten Sie keinen Monolog, sondern führen Sie einen Dialog mit Ihrem Publikum.

Beziehen Sie die Menschen, zu denen Sie sprechen in das Gesagte mit ein. Das erreichen Sie mit Fragen („wer von Ihnen hat schon einmal …?“) oder auch durch einfache Formulierungen („viele von Ihnen werden mir sicher zustimmen, wenn ich sage …). Auch können Sie hin und wieder einen Absatz mit einer direkten Anrede beginnen („Lassen Sie mich fortfahren, meine sehr geehrten Damen und Herren, indem ich Ihnen sage …).

Indem Sie Ihre Zuhörer in Ihre Rede mit einbeziehen, verringern Sie die Distanz zwischen Ihnen und Ihrem Publikum. Das macht es leichter für Sie, locker und entspannt aufzutreten.

Wenn Sie diese fünf Tipps beherzigen, werden Sie Ihre Rede souverän und selbstbewusst über die Bühne bringen. Sollten Sie keine Zeit und Muße haben, Ihre Rede selbst zu schreiben, können Sie diese auch von einem professionellen Redenschreiber formulieren lassen, maßgeschneidert für Ihre Persönlichkeit und Ihren Redeanlass.

Senden Sie mir einfach eine E-Mail oder rufen Sie mich an: 030 288 679 84

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